England: Rassistische Kameras

Die Heimat George Orwells ist bekannt für allumfassende Kameraüberwachung. Essex schaltet die Kameras nun aus: Zu viele schwarze Verbrecher wurden erkannt.

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(Überwachungskameras: Henning Schlottmann (User:H-stt), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Um der multikriminellen Gesellschaft Herr zu werden, setzt der britische Staat seit Jahren auf Totalüberwachung. Anstatt das Problem an der Wurzel anzufassen, will die Politik es mit Kameras, Mikrofonen und künstlicher Intelligenz managen.

Gesichtserkennung überall

Letztere, die künstliche Intelligenz, macht dabei derzeit Probleme. Das sorgt dafür, dass Bürger und Besucher der britischen Inseln unerwartet ein kleines Stück Privatsphäre zurückerlangen. In Essex wollte die Polizei einen Schritt weitergehen: Mit Kameras auf Automobilen die Straßen entlangfahren und sämtliche (!) Gesichter abfilmen. Künstliche Intelligenz sollte dann aus dem Datenwust die Gesichter gesuchter Verbrecher herausfiltern.

Rassistische Kameras

Nun ist das Projekt bis auf Weiteres gestoppt. Es stellte sich nämlich heraus, dass die KI besser darin war, schwarze Verbrecher zu erkennen als weiße. Dies sei „ungerecht“. „Alle Kräfte sollten Routinetests durchführen gegen Vorurteile und diskriminierende Ergebnisse – egal ob diese vom technologischen Design, den, Trainingsdaten oder der Zusammensetzung der Überwachungsliste herrühren“, sagte der Pressesprecher der Polizei. Ob die Polizei in Zukunft auch die Spürhunde abschaffen wird, weil bei dieser Ermittlungsmethode Verbrecher mit starkem Körpergeruch disproportional benachteiligt sind, ist derzeit der Redaktion nicht bekannt.