Kay Gottschalk stimmte dem PAV gegen Kevin Dorow zu. Jetzt entschuldigt er sich. Er habe „den zuständigen GD-Verantwortlichen vertraut“.

Der „Fall Dorow“ versetzte diese Woche die AfD in Aufruhr. Wegen des Satzes „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ beschloss der Bundesvorstand ein Ausschlussverfahren. Dorow habe eine HJ-Parole verwendet, hieß es. Schon die Form des Ausschlussverfahrens war zweifelhaft. Dorow selbst erfuhr von dem Verfahren nicht durch die Parteispitze, sondern durch Presseanfragen, was denn seine Meinung dazu sei.
Mit anderen Worten: Während der Vorstand es nicht für nötig erachtete, den Betroffenen zeitnah zu informieren, hat irgendein Möchtegernmachiavelli die Information an die Mainstreampresse durchgestochen.
Auf die Einschätzung der Verantwortlichen verlassen.
Nun hat Kay Gottschalk sich öffentlich für seine Zustimmung zu dem Ausschlussverfahren entschuldigt. Aufgrund seiner sonstigen Verpflichtungen habe er keine Zeit gehabt, den Fall im Einzelnen zu prüfen. Deshalb habe er sich der Meinung der GD-Verantwortlichen angeschlossen. Bei genauerer Prüfung hätten sich Dorows Äußerungen jedoch als nicht problematisch herausgestellt. Gottschalk versprach, das Verfahren gegen Dorow beim nächsten Vorstandssitzung auf die Tagesordnung zu bringen.
Kritik aus der Partei
Das Ausschlussverfahren gegen Dorow hatte zu massiver Kritik geführt, und zwar nicht nur aus dem Vorfeld, sondern vor allem aus der Partei selbst. Aus der Jugendorganisation Generation Deutschland, aber auch aus der Mutterpartei. Das ist das Entscheidende. Kay Gottschalk wurde einmal mit der Aussage bekannt, die Partei suche sich ihr Vorfeld schon selbst aus. Viele Konflikte der letzten Jahre folgten dann dem Muster: Das Vorfeld gegen bestimmte Kreise in der Partei. Letztere konnten dabei immer für sich in Anspruch nehmen, die Autonomie der Partei gegenüber äußeren Interessengruppen zu wahren. Das ist hier nicht mehr der Fall. Es gibt inzwischen auch innerhalb der AfD einen starken Block gegen jene Kräfte, die das PAV für ein Mittel im innerparteilichen Postenkampf halten. Ja, die Partei darf sich nicht fremdsteuern lassen. Aber Distanzierung muß kosten.
