Maduro ist verhaftet. Doch wie soll es mit Venezuela weitergehen? Trump und sein Außenminister Rubio schwanken zwischen Eroberungslust und der Angst vor dem nächsten „Forever War“.

Am 3. Januar 2026 führten US-Spezialkräfte eine Razzia in Caracas durch und nahmen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores fest. Anschließend wurden beide nach New York ausgeflogen, um sich dort wegen Vorwürfen des Drogenhandels zu verantworten.
Trump: „We’re gonna run the country.“
Doch wie soll es nun weitergehen? Die Aussagen von Donald Trump und seinem Außenminister Marco Rubio widersprechen sich deutlich. Kurz nach der Gefangennahme Maduros hielt Präsident Trump eine große Pressekonferenz ab. Darin erklärte er: „Wir werden das Land regieren, bis die Zeit für eine sichere, ordentliche und umsichtige Übergabe reif ist.“
Viele Anhänger der MAGA-Bewegung waren über diese Aussage entsetzt. „No more forever wars!“ – Amerika nicht in weitere auswärtige Abenteuer mit ungewisser Dauer und ungewissem Ausgang zu verstricken, war eines der Kernversprechen von Donald Trump seit zehn Jahren.
Amerikanische Ölindustrie soll Venezuelas Ölsektor übernehmen
Bei der Übernahme Venezuelas durch die Vereinigten Staaten sollen laut Trump US-amerikanische Ölunternehmen die heruntergewirtschaftete Infrastruktur des Landes reparieren. Venezuela hat zwar die größten Ölreserven der Welt, doch die Ölinfrastruktur ist durch die kombinierte Wirkung amerikanischer Sanktionen und die Vernachlässigung durch die bisherige Regierung stark heruntergekommen und produziert nur noch auf einem Bruchteil des früheren Niveaus.
Rubio: „Wir werden jeden Hebel nutzen.“
Marco Rubio, Trumps Außenminister, hütete sich, seinem Chef direkt zu widersprechen. Doch was er kurz darauf in einem Interview mit NBC News erklärte, weicht dezent, aber deutlich von Trumps Linie ab. Nach seiner Darstellung soll es weder eine Besetzung noch einen direkten Regimewechsel in Venezuela geben. Die Vereinigten Staaten würden stattdessen jeden Hebel, den sie haben, benutzen, um Druck auf die bestehende Regierung Venezuelas auszuüben.
Ziel sei vor allem, dass Venezuela sich von den geopolitischen Rivalen der Vereinigten Staaten löst. Die Vereinigten Staaten, so Rubio, seien nicht gewillt, in der westlichen Hemisphäre ein Land zu tolerieren, das „eine Drehscheibe all unserer Gegner“ sei.
„Wechselt die Seiten. Dann dürft ihr an der Macht bleiben.“
Nach Rubios Darstellung ist die Entführung Maduros also eine Einschüchterung der bestehenden Regierung Venezuelas, um Druck auszuüben. Setzt sich Rubios Linie durch, lautet das Angebot der US-Regierung an die Chavistas in Caracas also: „Wechselt die Seiten – weg von Russland und China, hin zu uns. Dann dürft ihr an der Macht bleiben.“
Derzeit sieht es so aus, als ob genau dies das Ergebnis sein wird. Eine Übernahme durch die Oppositionsführerin María Corina Machado, der man noch 2025 den Friedensnobelpreis zugeschustert hatte, hat auch Trump bereits ausgeschlossen.


