Die US-Linke verfällt auf al-Qaida-Strategien. Sie nutzt geistig Labile zur gewaltsamen Eskalation. Darauf müssen wir auch hier vorbereitet sein.
Ein Kommentar von Johannes Konstantin Poensgen

Während des Irakkrieges spielte sich folgende Geschichte ab. Sie ist – wie viele Ereignisse des „Großen Krieges gegen den Terror“ – gleichzeitig grausig und urkomisch:
Die Vereinigten Staaten förderten dort im Rahmen des Nation Building unter anderem eine Irrenanstalt in Bagdad, das al-Rashad-Krankenhaus für geistig Kranke. 2008 griffen zwei weibliche Selbstmordattentäter einen Tiermarkt in Bagdad an. Die Explosionen töteten um die 100 Menschen. Es stellte sich heraus, dass beide Patientinnen des al-Rashad-Krankenhauses gewesen waren. Kurz darauf wurde der Direktor des Krankenhauses verhaftet. Der Verdacht war, dass er seine Irren als Selbstmordattentäter an al-Qaida verkauft habe. Ermittlungen über Menschenhandel verliefen später im Sande, aber es war kein Einzelfall.
Selbstmordattentäter sind Irre, keine Glaubenskrieger
Ab Irak, Syrien oder Afghanistan: Islamische Selbstmordattentäter waren selten überzeugte Glaubenskämpfer. Die Milizen betrieben eigene Abteilungen, deren Zweck die Waffenfähigmachung von Geisteskranken war. Sie schickten klinisch Irre, die militärisch zu sonst nichts zu gebrauchen waren, mit dem Sprenggürtel um den Bauch los.
Der zynische Vorteil der Verwendung von Geisteskranken ist, dass Selbsterhaltungstrieb und grundlegende Vernunftkapazitäten einer Verwendung als menschliche Einwegwaffe nicht im Wege stehen. Die präziseste Waffe sind sie freilich nicht. Man schickt sie grob in die richtige Richtung, und die Kollateralschäden sind der Führung egal.
Irre gegen ICE
Auf ähnliche Weise setzen linke Agitatorengruppen in den Vereinigten Staaten inzwischen geistig labile Personen ein, um die Aktivitäten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) zu behindern. Den Leuten wird gesagt, wenn sie sich an die Vorgaben der Gruppe halten, dann könnten sie – legal natürlich – laufende Polizeiaktionen unterbinden.
„Stellt euer Auto in den Weg, dagegen können sie nichts machen. Dafür ist die lokale Polizei zuständig. Geht auf sie zu, filmt sie, schreit sie an, die dürfen euch nichts tun.“ So die Theorie. In der Praxis gab es im vergangenen Jahr 275 Angriffe auf ICE-Agenten und allein 66 Versuche, ICE-Agenten mit dem Auto zu rammen. Die Zahlen der Vorfälle stiegen um respektive 1.347 % und ganze 3.200 %!
Der Reiz, der den Aktivisten verkauft wird, ist dabei natürlich, dass man die ICE-Agenten auch noch verhöhnen kann, während man ihnen auf der Nase herumtanzt. Dass das nicht die geistig Gesündesten anspricht, ist klar. Dass das nur so lange gut geht, bis es nicht mehr gut geht, ebenfalls.
Das Ergebnis nun: die Erschießung von Renee Good in Minneapolis. Die Einzelheiten des Vorfalls haben andere zur Genüge auseinander genommen. Hier soll es nicht darum gehen, in welche Richtung nun die Räder des Wagens gezeigt haben, mit dem Renee Good den ICE-Agenten gerammt hat.
Das zynische Kalkül
Wichtig ist nicht, was in Renee Goods Kopf in den letzten Sekunden ihres Lebens vor sich ging. Ob sie an ihre drei Kinder gedacht hat, von denen sie bei zweien bereits das Sorgerecht verloren hatte. Oder an ihre lesbische „Ehefrau“, die sie mit dem Ruf „Drive, Baby, drive!“ noch anfeuerte. Wichtig ist, was sich die Organisatoren von „Minnesota ICE Watch“ gedacht haben. Diesen Leuten muss klar sein, dass sie labile Personen in Konfrontationen mit der Polizei schicken, und sie nehmen das in Kauf.
Nun, das ist moralisch verwerflich, aber das hat in 200 Jahren keinen linken Agitator gestört. Das Kalkül dieser Leute ist, dass bei irgendeinem der hunderten von Zusammenstößen, die sie provozieren, etwas passiert, was sie ausschlachten können. Sie nutzen labile Persönlichkeiten bis hin zu klinisch Geisteskranken, um eine politische Gewalteskalation zu erzielen, für die sich die üppig bezahlten linken Kaderaktivisten niemals hergeben würden.
Das kommt nach Deutschland
Nun gab es eine Reaktion der Art: „Was interessiert uns, wenn in Amiland ein Amicop Amisachen gemacht hat?“ Das ist sehr kurzsichtig. Wenn die AfD an die Regierung kommt, dann müssen wir mit exakt derselben Strategie rechnen. Dann müssen die Strukturen dahinter zerschlagen werden, oder wir kommen in dieselbe Lage, in der jetzt die Trump-Regierung ist. Wir müssten dann den Polizisten sagen: „Macht was, setzt unsere Gesetze durch. Aber wir können euch nicht vor den Irren schützen, die unsere politischen Gegner auf euch hetzen. Ach ja, und das juristische Risiko tragt ihr. Ihr steht mit einem Bein im Gefängnis, wenn irgendetwas schiefgeht.“
Das wird keine tragbare Position sein.

