Richterin schließt Bewährung nicht aus

Im Oktober brannte beim Anschlag auf ein AfD-Wahlkreisbüro in München ein Handwerksbetrieb aus. 300.000 € Sachschaden. Nun hat der Prozess begonnen.

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(Rene Dierkes MdL in den Überresten des Brandanschlage: Rene Dierkes)

Dem bereits mehrfach vorbestraften Julian J. (21) wird vorgeworfen, im Oktober 2025 zwei Brandanschläge auf das gemeinsame Wahlkreisbüro des AfD-Bundestagsabgeordneten Tobias Teich und des AfD-Landtagsabgeordneten Rene Dierkes verübt zu haben. Während der erste Brandanschlag fehlschlug, fiel dem zweiten Versuch eine angrenzende Spenglerei (so nennt man in Bayern einen Klempnerbetrieb) zum Opfer. Der Betrieb brannte fast komplett aus. Der Sachschaden wird heute auf 300.000 Euro beziffert. Ein dritter Anschlag auf die CSU-Zentrale zwei Tage später schlug wieder fehl, auch wenn die Fassade beschädigt wurde.

Der Angeklagte gibt die Tatvorwürfe zu

Nach Angaben der Bild ist Julian J., was die Taten aus der Anklage selbst anbelangt, geständig. Dass er gewusst habe, dass sich dort eine Werkstatt befand, streitet er hingegen ab. Er wolle nach eigener Aussage an einer „Widerstandsbewegung arbeiten“ und das „System zu Fall bringen“. Trotz der Höhe der Schäden und der Vorstrafen schließt die vorsitzende Richterin eine Bewährungsstrafe dennoch nicht aus. Dies hänge „vom persönlichen Eindruck ab“.

Abgeordnete kritisieren Umgang mit der Tat scharf

Die beiden betroffenen Abgeordneten kritisieren den Umgang mit der Tat scharf. „Die Chancen, dass die Richterin hier ein angemessen hartes Urteil spricht, das der Boshaftigkeit dieses Serientäters gerecht wird, stehen nahe null. Bereits jetzt wird über eine Bewährungsstrafe diskutiert“, schrieb Tobias Teich. Rene Dierkes kritisierte insbesondere, dass kaum beachtet würde, dass Julian J. nicht nur Sachschäden angerichtet, sondern auch bewusst Menschenleben in Gefahr gebracht habe: „Nur durch großes Glück detonierten die in der abgebrannten Halle von außen damals sichtbar gelagerten Gasflaschen nicht. Auch hätte sich das Feuer aus anderen Gründen auf benachbarte Gebäude ausbreiten können. In der angrenzenden Nachbarschaft wohnen zahlreiche Familien mit Kindern, welche der Angeklagte offenbar als Kollateralschäden in Kauf nahm.“

Aus welchem Umfeld stammt der Täter?

Auch vermisst er Untersuchungen zum politischen Umfeld des mutmaßlichen Täters: „Eine Untersuchung seines Umfelds und der Frage, ob Julian J. eine Nähe zu Parteien oder linken Gruppen aufweist, hat offenbar nicht stattgefunden oder wird aus politisch opportunistischen Gründen derzeit noch der Öffentlichkeit vorenthalten.“