USA: Rechtsextremismusexpertin soll Spendengelder mit Neonazi-Geliebtem veruntreut haben

Eine hochrangige Mitarbeiterin der linken amerikanischen NGO Southern Poverty Law Center soll gemeinsam mit ihrem Neonazi-Geliebten 1,2 Millionen Dollar an Spendengeldern veruntreut haben.

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(Logo SPLC: Southern Poverty Law Center, Public domain, via Wikimedia Commons)

Die amerikanische Justiz prüft seit einiger Zeit die Bücher des Southern Poverty Law Centers, einer linken NGO, deren Aktivitäten vor allem im Doxxing und Anschwärzen andersdenkender Personen bestehen. Am 21. April 2026 wurde im US-Bundesstaat Alabama offiziell Anklage erhoben. Die Anklagepunkte lauten auf Betrug, Falschangaben und Geldwäsche.

Konkret soll das SPLC mehr als 3 Millionen US-Dollar an Spendengeldern an Mitglieder rechter Splittergruppen gezahlt haben, ohne seine Spender über diese Mittelverwendung zu informieren: „Das SPLC verbarg die Tatsache vor seinen Spendern, dass ein Teil ihrer Spendengelder im Geheimen genutzt wurde, um extremistische Gruppen zu unterstützen und ihre gewalttätigen, rassistischen und extremistischen Aktivitäten zu finanzieren. Diese Aktivitäten waren von derselben Art wie diejenigen, über die das SPLC auf seiner Website und anderswo Artikel veröffentlichte, um dadurch Spenden einzuwerben“, heißt es in einer weiteren Anklage des US-Justizministeriums vom 2. Juni.

Aktivistin mit Neonazi-Geliebtem

Durch diese weitere Anklage des US-Justizministeriums sind nun auch Details ans Licht gekommen, die aus einem sehr schlechten Film zu stammen scheinen. Abgesehen davon, dass die Summe der missbrauchten Gelder inzwischen auf 4,1 Millionen Dollar angewachsen ist: Wie die New York Post zuerst berichtete, wurden allein im Zeitraum zwischen 2010 und 2023 insgesamt 1,2 Millionen Dollar an den Geliebten einer Person geschickt, die in den Akten nur als „Employee-2“ bezeichnet wird.

„Employee-2“ war eine hochrangige Mitarbeiterin, die zeitweilig das Aufklärungsprojekt („Intelligence Project“) des SPLC leitete. Ihr Geliebter war Mitglied der neonationalsozialistischen Gruppe National Alliance. Mit diesem Geliebten hatte „Employee-2“ ein gemeinsames Haus sowie zwei gemeinsame Bankkonten, auf die von 2015 bis 2021 etwa 140.000 Dollar Spendengelder des SPLC überwiesen wurden.

Ist „Employee-2“ eine bekannte „Rechtsextremismusexpertin“?

Die New York Post behauptet, dass es sich bei „Employee-2“ wahrscheinlich um Heidi Beirich handelt, die von 2012 bis 2019 das Aufklärungsprojekt des SPLC geleitet hat. In den amerikanischen Medien trat sie während dieser Zeit häufig als „Rechtsextremismusexpertin“ auf.

Die New York Post stützt diese Behauptung darauf, dass ein in den Akten erwähnter „Hatewatch“-Artikel von „Employee-2“ von Beirich veröffentlicht wurde. Die Identität von „Employee-2“ ist bislang allerdings nicht offiziell bestätigt.

Strafanklage gegen die Organisation, Einzelverfahren folgen

Die Strafanklage richtet sich bisher gegen das Southern Poverty Law Center als Organisation, nicht gegen Einzelpersonen. Das ist im amerikanischen Recht möglich („corporate criminal liability“) und kann für die Organisation hohe Geldstrafen nach sich ziehen.

Die Anklage gegen eine Organisation ist unabhängig vom Strafverfahren gegen beteiligte Einzelpersonen. Diese müssen in separaten Strafverfahren abgeurteilt werden. Eine solche Anklage gegen Einzelpersonen wird im Falle des SPLC noch geprüft; sie wäre bei hochrangigen Führungspersonen wie Heidi Beirich jedoch wohl unvermeidlich, sollte das SPLC als Organisation verurteilt werden.