Im EU-Parlament boykottierten ECR und ESN die Auszeichnung Angela Merkels. Damit die Ränge nicht so leer aussehen, setzte man Parlamentsmitarbeiter auf die Plätze der abwesenden Abgeordneten.

Die Fraktionen der ECR und ESN boykottierten die Ehrung Angela Merkels als „verdienstvolles Mitglied“ des Europäischen Verdienstordens. Ihre Ränge blieben demnach im Europäischen Parlament leer. Mit der der EU eigenen Würdelosigkeit setzte man daher Parlamentsmitarbeiter der anderen Fraktionen auf die Plätze der abwesenden Abgeordneten, damit es im Saal nicht so leer aussieht.
Der Europäische Verdienstorden ist eine Neuschöpfung und wurde heute zum ersten Mal vergeben. „Verdienstvolles Mitglied“ ist dabei eine Rangstufe. Die EU hat nämlich beschlossen, bei der Stiftung des Europäischen Verdienstordens die hergebrachten Rangstufen Ritter/Komtur/Offizier/Großkreuz etc. abzuräumen. Stattdessen hat man neue Klassen erfunden, die den Charme eines IKEA-Regals aus den 90ern versprühen. So gibt es „Mitglieder“, „ehrenhafte Mitglieder“ und, als höchste Stufe, „verdienstvolle Mitglieder“.
Ehrenhaft ohne Verdienst
Mittels logischen Schlusses gelangen wir zu der Erkenntnis, dass die Mitglieder der unteren beiden Ränge keine Verdienste vorzuweisen haben und dass man in der EU auch ohne Verdienste als ehrenhaft gelten kann. Die Frage bleibt nur, worum die verdienstvollen Mitglieder sich verdient gemacht haben. Neben Merkel wurden Wolodymyr Selenskyj und Lech Wałęsa mit dieser höchsten Auszeichnung geehrt. Ehrenhaftes, aber nicht verdienstvolles Mitglied sind unter anderem Jean-Claude Trichet und der ehemalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

